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Fefes Blog

Stand: 21.08.2017 15:30:03

Ich habe ja bei meinem IoT-Vortrag vor einer Weile am Ende ein paar Bonusfolien gehabt. Ich denke mir bei Vorträgen immer, OK, die bezahlen mich dafür, dass ich ihnen sage, was sie hören wollen (vielleicht nicht unbedingt von den Schlussfolgerungen, aber vom Thema her), aber ich tue ihnen einen viel größeren Gefallen, wenn ich ihnen auch sage, was sie hören sollten, nicht nur was sie hören wollen. Jedenfalls waren meine Bonusfolien u. a. zu Machine Learning, und ich mache da den Punkt, dass man gar nicht versteht, was man eigentlich gerade genau trainiert hat. Ich brachte als Beispiel Adversarial Examples, aber das lag vor allem daran, dass ich kein besseres Beispiel hatte. Das besser Beispiel ist jetzt da: Vice über das Anti-Bullying-AI von Google. Die Primärquelle ist dieser Artikel vom Februar 2017. Money Quote aus dem:However, computer scientists and others on the internet have found the system unable to identify a wide swath of hateful comments, while categorizing innocuous word combinations like? hate is bad? and? garbage truck? as overwhelmingly toxic. Ich möchte mal die steile These wagen, dass das daran liegt, dass Menschen das Problem für zu schwierig hielten, um es selber lösen zu können, und eine Abkürzung gesucht haben, bei denen am Ende eine KI Schuld wäre, nicht sie. Bei der es am Ende eine (schlechte) Ausrede gibt, wieso das nicht mein Totalversagen ist, was wir hier gerade beobachten, sondern da hat halt, äh, like, voll die Technik versagt, und so. AI is difficult, let's go shopping! Die Einsicht daran bringt aber der Motherboard-Artikel gut auf den Punkt. Was die ihrem Machine Learning antrainiert haben, weil es nämlich einfacher zu trainieren ist als tatsächlich böse Aussagen, sind Schimpfwörter. Money Quote:The tool seems to rank profanity as highly toxic, while deeply harmful statements are often deemed safeBöse Wörter benutzen, das kann die KI (auch nicht wirklich, aber so ansatzweise wenigstens) erkennen. Aber wenn jemand etwas wirklich böses sagt, etwas, das den Gegenüber möglicherweise gar in den Selbstmord treibt, so fies und gemein ist es, und es nagt die ganze Zeit am Unterbewusstsein und du kriegst es nicht weg, sowas kann die KI nicht erkennen. Ich möchte an dieser Stelle zu Protokoll geben, dass ich auch nicht möchte, dass eine KI sowas zu erkennen versucht. Denn das menschliche Verhalten in Situationen, wo Software Regeln durchsetzen soll, ist immer dasselbe. Das wird als Herausforderung genommen, nicht als hilfreiche Polizeiarbeit. Das ist genau so "after the fact"-Symptom-Filter-Schlangenöl wie Antiviren. Man kann soziale Probleme nicht technisch lösen.

Den Wahl-O-Mat kennt ihr ja hoffentlich alle. Da kann man zu ein paar Fragen sagen, wie man steht, und der gleicht das dann mit den Wahlversprechen der Parteien ab und sagt einem, welche Partei am nächsten dran ist. Der Nachteil davon ist, dass die Parteien sich in der Praxis nicht an Wahlversprechen gebunden fühlen. Müntefering hat das 2006 schön formuliert, falls sich an den überhaupt noch jemand erinnert von euch. Müntefering bezeichnete es als "unfair", dass die Koalitionsparteien an ihren Versprechen im Wahlkampf gemessen würden. Ja genau. Wo kommen wir da hin! Nun, jedenfalls stellt sich ja schon die Frage, wie man denn sonst entscheiden soll, für wen man stimmt. Hey, wie wäre es damit, nicht zu gucken, was die sagen, sondern was sie tun? Das ist die Idee hinter deinwal. de. Allerdings möchte ich aus Fairnessgründen auch die Gegenposition verlinken. Und zwar hatte abgeordnetenwatch. de eine Aktion namens "Wahrplakat", bei der es darum ging, zu Abgeordneten Wahlplakate mit "der Wahrheit" zu produzieren, d. h. konkret damit, wie sie bei bestimmten Themen abgestimmt haben. Also im Grunde eine ähnliche Idee. Hier die Gegenposition dazu, von Halina Wawzyniak, einer Abgeordneten der Linkspartei. Sie sagt, dass Abgeordnetenarbeit aus viel mehr als Abstimmungen besteht, und dass man auch manchmal gegen ein Gesetz stimmt, das in die richtige Richtung geht, weil es nicht weit genug geht oder weil da als Seiteneffekt inakzeptable Dinge kaputtgemacht werden. Daher ist es nicht so einfach, dass man bloß auf Ja und Nein gucken kann bei Abstimmungen.

Und noch eine Zeitenwende heute: Wikileaks hat angeblich ihnen geleakte Dokumente über Korruption im Kreml-Umfeld nicht genommen. Und DAS, meine Damen und Herren, ist der Todesstoß für Wikileaks. Das ist genau die eine Sache, die Wikileaks kaputtmachen kann. Nicht der Vorwurf, dass sie Daten über Hillary geleakt haben. Der Vorwurf, dass sie Daten über jemand anderes nicht geleakt haben. Hier ist, was die Quelle dazu schreibt:? We had several leaks sent to Wikileaks, including the Russian hack. It would have exposed Russian activities and shown WikiLeaks was not controlled by Russian security services,? the source who provided the messages wrote to FP. ? Many Wikileaks staff and volunteers or their families suffered at the hands of Russian corruption and cruelty, we were sure Wikileaks would release it. Assange gave excuse after excuse.? Ich glaube nicht, dass Wikileaks sich von dem Vorwurf erholen kann, selbst wenn er nicht stimmen sollte. Das ist genau die eine Sache, an der deren Glaubwürdigkeit hing.

Und noch ein "Oh, Wow"-Moment: James Murdoch, der Sohn von Rupert Murdoch, ist unzufrieden mit Trumps Handling der Naziaufmärsche und will 1 Million Dollar an die Anti-Defmation League spenden. Die Anti-Defamation League ist, falls das jemand nicht kennt, eine Antisemitismus-Bekämpfungs-Organisation und Teil der sagenumwobenen "Israel-Lobby" (Mitglied bei AIPAC). Die haben gerade auch von Apple eine Millionenspende gekriegt. Aber zurück zu Murdoch. Der gibt zu Protokoll:? I can? t even believe I have to write this: standing up to Nazis is essential; there are no good Nazis. Or Klansmen, or terrorists. Democrats, Republicans, and others must all agree on this, and it compromises nothing for them to do so.? Das ist der Erbe des Murdoch-Imperiums. Der sitzt im Moment als CEO bei 21st Century Fox, denen auch Fox News gehört. Ist das nicht krass, wie schnell sich der Wind drehen kann?

Oh wow! Faszinierendes Zeitdokument: Die ACLU 1934 zu der Frage, ob man die Grundrechte von Nazis verteidigen solle. Also echte Nazis damals. SOME of our members have sharply criticized the Union for championing the right of German-American Nazis to hold meetings and to conduct their propaganda. Die ACLU argumentiert in dem Pamphlet dann, dass dieselben Leute kein Problem damit hätten, wenn sich Mussolini-Anhänger träfen, oder wenn die ACLU das Recht des KKK verteidigt, sich zu treffen. Das war mir nicht bewusst, dass die ACLU den KKK verteidigt hat. Leider liegt das da als gescannte Bitmaps vor. Vielleicht findet sich ja jemand, der das nach Text wandelt. [Update: Oben gibt es einen Reiter dafür, "Text"] Einen Auszug und ein bisschen Kontext findet man auf dieser Libertarismus-Webseite, die ich mal zitieren will, weil das so bemerkenswert ist:In being consistently libertarian the Liberties Union has never hesitated to take action involving its principles when that action was to the benefit of suppressive, intolerant, demagogic, and generally anti-libertarian elements. In 1934, for example, it sent its general counsel to aid the Friends of New Germany, a Nazi organization, in court proceedings to break down a lawless prohibition of their meeting in New Jersey. This logical gesture was a shock to the howling enemies of the Union, who continually accuse it of being? pro-Communist? because so many of the men and women defended from illegal attacks are workers. It was even criticized by members who would except the German Fascists from their tolerance for the rather good reason that since the Nazis in Germany suppress all civil liberties, their agents should be permitted none in America. Moreover, there was the knowledge that free speech and assemblage would be denied us if these same German Nazis got control of local, city or state government anywhere in America. Also GENAU DIE Argumente, die jetzt auch kommen. 1934. Und hier ist, wie die ACLU damals argumentiert hat. Some years ago, when the Ku Klux Klan was invading the north, Mayor Curley of Boston, a Catholic, denied this terroristic body the right to hold a meeting and have speeches, but here again the Union protested, not because it had any love for the sheeted and dangerous yokels, but because it knew that if the Mayor suppressed the Klan he would lawlessly stop others he disliked? birth control advocates, union organizers, pacifists, etc. ? And,? continues the report, ? he did. Our protest began when his lawless suppression began. We do not choose our clients. Lawless authorities denying their rights choose them for us.? Aus heutiger Sicht ist lustig, dass die Linken damals als "radicals" bezeichnet wurden, und das anscheinend auch selbst auf sich angewendet haben. Heute nennen die sich ja eher "progressiv", was ja wohl mal die bekloppteste Bezeichnung aller Zeiten ist. Hier ist jedenfalls, was die ACLU 1934 zu dem Nazi-Fall gesagt hat:? Few of our critics,? replied the Union, ? take a frankly class position on the exercise of free speech, as do the Communists? denying to reactionaries the rights they seek for themselves. Emotions of hate and intolerance alone lead them to outlaw the Nazis. But if the Union yielded to such critics, and condoned the denial of rights to Nazi propagandists, in what position would it be to champion the rights of others? Shall we choose to defend only progressive or radical causes? And if we do, how best can we defend them? Is it not clear that free speech as a practical tactic, not only an abstract principle, demands defense of the rights of all who are attacked in order to obtain the rights of any?? Und dann fragen sie ganz pointiert, ob daher nicht die beste Methode, die Rechte von Kommunisten zu schützen sei, die selben Rechte bei den Nazis zu schützen. Denn sonst hätte man, wenn das Rechtebeschneiden bei den Kommunisten ankommt, kein Standing mehr vor Gericht, wenn man das vorher bei den Nazis durchgehen ließ. Und die ACLU hat sich das nicht einfach gemacht, denn:It was on precisely such a basis that our attorneys, both Jews, urged on the Mayer of New York the use of city property for a meeting of the persecutors of Jews, the Nazis; and that our general counsel, Arthur Garfield Hays, a Jew, aided the attorney for the Friends of New Germany (Nazi) in court proceedings to break down a lawless prohibition of their meetings in New Jersey. [? ]We do not choose our clients. Lawless authorities denying their rights choose them for us. Und dann kommt ein Argument, das ich so gestern abend auch gebracht habe, aber besser formuliert:To those who advocate suppressing propaganda they hate, we ask--where do you draw the line? They can answer only in the terms of revolutionists--at our political enemies. But experience shows that? political enemies? is a broad term, and has covered the breaking up even of working class meetings by rival working class organizations. It illustrates the danger, and the impracticality of making any distinctions in defending rights sought by all. Und natürlich haben sie auch das Argument mit Rassismus und Verfolgung von Religionen gekriegt, und ihre Antwort darauf ist:To those who would suppress meetings where race or religious hatred is likely to be stirred up, the answer is simple, ? that there is no general agreement on what constitutes race or religious prejudice. Once the bars are so let down, the field is open for all-comers to charge such prejudice against any propagandists, ? Communists, Socialists, atheists, ? even against Jews attacking the Nazis. So, und nachdem wir das alles gelesen haben, kommt heute die Zeitenwende bei der ACLU rein:The American Civil Liberties Union will no longer defend hate groups seeking to march with firearms, the Wall Street Journal reported on Thursday, a policy change that comes on the heels of protests by white nationalists and counter-protesters at the weekend in Virginia. Wow. Money Quote:An ACLU spokeswoman confirmed the policy shift and said the concern over weapons was not something the group has had to contend with in the past. "We? ve had people with odious views, all manner of bigots. But not people who want to carry weapons and are intent on committing violence, " ACLU spokeswoman Stacy Sullivan said in a telephone interview. Und das zieht mir hier gerade ganz schön die Schuhe aus. Woran macht man fest, dass die auf Gewalt aus waren? Dürfte nach der Definition nicht auch Präsident Trump keine Ralleys mehr machen? Update: Besonders krass finde ich ja, dass der Dreh- und Angelpunkt die Schusswaffen sind. Da bin ich ja voll bei ihnen. Die ACLU hat aber auf der anderen Seite einen ewig langen Track Record, 2nd Amendment Rights zu verteidigen. Für mich ist die logische Schlussfolgerung, jetzt mal das 2nd Amendment zu überdenken. Aber das Fass will wieder niemand aufmachen. Warum eigentlich nicht?
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